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Das Konjunkturpaket

Das Konjunkturpaket

Wie wir alle wissen, hat die Bundesregierung als Antwort auf die weltweite Krise erst einmal ein Finanzpaket geschnürt. Als deutlich wurde, dass damit ein Übergreifen besagter Krise auf die Realwirtschaft nicht verhindert werden könne, wurden auch zu deren Gunsten Maßnahmen erwogen.

Eine vorhersehbar schwierige Geburt, zweifelsohne. Erstaunlicherweise tut man sich aber mit der Frage, wie man das Kind am Ende nennen solle, fast genauso schwer wie mit der Entbindung.

Begriffe wie „Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaftskraft der Unternehmen“, „Unterstützung der Binnennachfrage“, „Anreize“ zu diesem und „flankierende Maßnahmen“ zu jenem machten die Runde. Nur ein Begriff durfte um Gottes willen nicht verwendet werden: „Konjunkturprogramm“.

Konjunkturprogramme sind nach herrschender Lehre des Teufels. Sie sind kostspielig und ineffizient. Verpuffen sinnlos. Strohfeuer. Verschwendung von Steuergeldern. So schallt es aus den am lautesten und häufigsten zu hörenden Gebetsmühlen.

Diese Aussagen haben in Hinsicht auf verschiedene Programme der Vergangenheit wohl ihre Berechtigung. Doch wenn Resultate konkreter Analysen zu liturgischen Formeln mutieren, dann besteht die Gefahr, dass Dogmatik an die Stelle von vorurteilsfreiem Denken tritt. Das Sprachtabu wird zum Denkverbot. Es besteht die Gefahr, dass man so die nun mal fällige Gesamtkonzeption verfehlt und stattdessen lediglich eine Fülle von Einzelmaßnahmen ergreift.

In zunehmendem Maße ist nun aber vom „Konjunkturpaket“ die Rede: als Analogiebildung zum „Finanzpaket“ nahe liegend. Vielleicht steckt im Paket auch genauso viel koordiniertes Vorgehen wie im vermeintlichen Unwort Programm. Man würde dann lediglich ein Ersatzwort gebrauchen, um das Tabuwort zu vermeiden und damit nicht die Geister der Vergangenheit (sprich: die vermeintlichen oder realen schlechten Erfahrungen) heraufzubeschwören. Das wäre in unseren doch so aufgeklärten Zeiten zwar etwas lächerlich, aber nicht weiter schlimm. Oft verweist die Scheu, die Dinge beim Namen zu nennen, aber auf ein Zurückschrecken davor, sie konsequent und frei von Denkklischees anzugehen. Das aber können wir nicht gebrauchen.

Illustration: Kenny Cole

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1 Kommentar

  1. Was der Autor uns mit seinen Ausführungen wohl sagen möchte?

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