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Vox populi, vox Dei – Volkes Stimme, Gottes Stimme

Glossix ist getadelt worden:  nichts habe er zum Volksentscheid in Berlin zum Thema Religionsunterricht von sich gegeben. Stimmt. Das hat er auch beim Amoklauf von Winnenden so gehalten.

Wo das millionenfache Geschwätz ohrenbetäubend wird, verstummt Glossix gerne mal und gönnt sich einen Blogout. Nirgends aber wurde in letzter Zeit massenhaft Unsinnigeres, Hanebücheneres und Unaufrichtigeres produziert als in dieser Lügen-Rallye. Was wurde da nicht manipuliert, verbogen, betrogen und gelogen im Namen von Ethik und Religion (übrigens mit deutlichen Feldvorteilen für die Religion auf diesem unrühmlichen Gebiet)! Stummes Innehalten schien da Glossix nicht unangebracht zu sein.

Jetzt aber doch ein Wort zum letzten April-Sonntag. Wieso das? Weil einigermaßen Unglaubliches Geschehen ist – am Sonntag und in den Tagen danach. Die große Überraschung war die Mehrheit für ein „Nein”. Bei einem Volksentscheid müssen bekanntlich die Befürworter eine bestimmte Stimmenzahl erreichen. Dem wirkt auch entgegen, wer zu Hause bleibt oder angeln geht. Die Folge: Mehrheiten für ein Nein gibt es so gut wie nie. Dieses Mal aber schon.

Und was war dann zu beobachten? Volkes Stimme wurde mitnichten als Gottes Stimme akzeptiert. Die Pro-Reli-Befürworter streuten keineswegs Asche auf ihr Haupt in der Einsicht, dass die Ausrufung eines Kampfes für ein freies Berlin – als wäre man im Kalten Krieg und es gäbe es eine Berlin-Krise – nun doch des Üblen zu viel war. Keine Buße, weil sie umsonst die Axt der Spaltung ausgegraben hatten. Keine Einsicht, dass sie zu viel Jauch ausgegossen und sich gründlich unglaubwürdig gemacht hatten. Nein: man hält es sich zu gute, dass man das Thema Religion erfolgreich auf die Tagesordnung gesetzt habe und dass an diesem Faktum niemand mehr vorbeikomme. Es wird einfach munter weiter manipuliert, taktiert und finassiert.

Kurz vor dem Volksentscheid hat Bernhard Schlink, bekennender Lutheraner, in einem Interview deutliche Worte gefunden: „ Was ich meine, ist, dass die Kirchen mit ihrer Kampagne der Entstellungen und Lügen ihre Substanz und ihre Integrität beschädigt haben. Das bleibt.” Dass er mit seinem „Das bleibt” in dieser Weise Recht haben würde – weil nämlich alles so weitergeht wie gehabt -, das hätte wohl selbst er nicht geglaubt.

Und da ist Schluss mit stummem Innehalten! Doch leider fällt mir dazu auch beim besten Willen nichts Witziges ein, wie es meine Gattung von mir verlangt. Da aber eine Gallen-Glosse nicht das Gelbe vom Ei ist, schon gar nicht, wenn sie zu lang zu werden droht, bleibt mir nur eins: ein flinker Link zu Schlink (und dazu visuell zu Rainer Hachfeld),

meint Glossix.

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2 Kommentare

  1. Ich meine Glossix hätte schweigen sollen, oder das Für und Wider besser darstellen sollen.

    1. Hat der Fürst von Berlin den Termin des Volksentscheids deutlich vorgezogen, um ein Zusammentreffen mit der EU Wahl zu verhindern. Dafür und für Gegenpropaganda, für sein ureigendstes privates Anliegen, hat er über eine Million Euro -Steuergelder- ausgegeben. Prima Landesvater, nicht wahr? Hat er sich nicht auch unfaire Vorteile beim Kampf um Tempelhof verschafft?

    2. Ist Gottes Stimme nicht die Stimme von Pro-Reli, der Herr spricht auch für die verirrten Schafe des Rot – Roten Oberkommandos

    3. Sollte man nie seinen Haß auf Religion so deutlich und unsachlich darstellen.

    Der Herr hüte und beschütze dich
    Lieben Gruß
    Bernd

  2. Glossix hat den Nagel mal wieder voll auf den Kopf getroffen. Gut das er nicht geschwiegen hat zu diesem wichtigen Thema. Gute Stimme – Bono Vox.

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