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Kindergarten-Gebühren: Gerechtigkeit sieht anders aus

Dass die Gebühren kommunaler Kindergärten in Deutschland variieren, ist zwar nicht neu. Wie gewaltig die Unterschiede im Bundesgebiet aber tatsächlich sind, macht erstmals eine gemeinsame Untersuchung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Zeitschrift ELTERN transparent. Dazu wurden die Kosten für Halbtagsbetreuung in den 100 größten deutschen Städten verglichen. Ergebnis: Im Extremfall müssen Familien bei einer Halbtagsbetreuung pro Kind im Jahr mit bis zu 2.600 Euro Unterschied rechnen.

Nachtrag vom 18. Mai 2010: Inzwischen wurde der “Kindergartenmonitor 2010″ veröffentlicht. Danach gibt es weiterhin große regionale Unterschiede. Die zusammengefassten Ergebnisse können Sie unter anderem im finanzwertig-Blog nachlesen (Kindergarten-Gebühren: Zwischen “null” und 3.700 Euro. Die aktualisierte Übersicht der Gebühren in den 100 größten deutschen Städten finden Sie auf insm-kindergartenmonitor.de.)

Teures Norddeutschland

Während einige Kommunen sogar einkommensschwache Familien kräftig zur Kasse bitten, müssen in anderen Städten selbst Besserverdienende keinen Cent für die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen zahlen. Dabei werden Familien aller Einkommensgruppen in den nördlichen Bundesländern im Schnitt höher belastet diejenigen im Süden Deutschlands. So bittet etwa Lübeck Eltern mit geringem Familieneinkommen mit 1.692 Euro pro Jahr für ein Kind zur Kasse. In Bremen muss eine Familie (Familienbrutto 45.000 Euro) für zwei Kinder 3.096 Euro im Jahr aufbringen.

Im Gegensatz dazu belasten hessische und sächsische Kommunen sowohl Bezieher mittlerer als auch hoher Einkommen am wenigsten. Im Saarland, in Berlin, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bleibt zudem immerhin das letzte Kindergartenjahr kostenfrei. Als einsamer Sieger in jeder der sechs möglichen Konstellationen des Rankings geht Heilbronn hervor: Die finanzielle Belastung für Eltern reduziert sich hier auf null Euro, da die Stadt seit dem 1. Januar 2008 komplett auf Eltern-Beiträge verzichtet.

Schieflage bei der Familienförderung

Im Ergebnis der Studie plädiert INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer dafür, “den Halbtags-Kindergarten ab dem 3. Lebensjahr als erste Bildungsstufe zu sehen und wie die Schule bundesweit generell kostenfrei zu stellen”. Dem pflichtet ELTERN-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki bei: “Frühkindliche Förderung entscheidet über spätere Chancen im Leben und darf nicht an finanziellen Hürden scheitern.” Angesichts der Ergebnisse erübrige sich zudem die Diskussion über Familienförderung. “Was sind 120 Euro mehr Kindergeld im Monat von der Bundesregierung, während andererseits 1.500 Euro für einen Kindergartenplatz fällig sind, nur weil ich in Norddeutschland wohne statt im Süden?”, fragt sich Lewicki.

Die detaillierten Ergebnisse für die 100 größten Städte Deutschlands lassen sich auf den Seiten der INSM nachlesen. Doch wie sieht es im Rest der Republik aus, insbesondere in den kleineren Städten? Versuchen diese womöglich, sich mit günstigen Kita-Gebühren für junge Familien attraktiv zu machen?

Dazu unser Aufruf: Schreiben Sie uns einen Kommentar, was Sie (ungefähr) für einen Kindergartenplatz in ihrer Stadt bezahlen (mussten/müssten), verbunden mit einigen Informationen: Ort, Art des Kindergartens/Träger, halbtags/ganztags. Darüber hinaus stellt sich natürlich die gleiche Frage auch nach den Kosten für einen Kinderkrippenplatz…


Mit Quellen von:
ELTERN, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Welt Online

Die Artikelwürfelmaschine

16 Kommentare

  1. Hallo,
    Wir zahlen bei einem Familieneinkommen von 26000 € jährlich in Suhl für einen KiTa
    platz (Halbtags bis 5 Stunden) für 2 Kinder jährlich 2160 € . das ist der sogenannte
    ermäßigte Beitrag. Träger der KiTa ist der THEPRA Landesverband Thüringen e.V.

    Gruß aus dem teuren Suhl

    Karin

  2. Hallo,

    ich bezahle für mein Kind zukünftig einen Elternbeitrag von 5.088,00 Euro/Jahr (2008/09). Dazu kommen Vepflegungskosten und Beiträge im Kindergarten Verein.

    Schuld daran ist das Einkommensgesetzt und die unrealistische Bewertung von Einkommen zu Ausgaben. Realistisch wird aber betrachtet, daß ich meinem Kind selbstverständlich nicht das dritte Kindergartenjahr erspare.

    MfG
    Ein reicher armer Vater

  3. Hallo Herr Wieske,
    ich würde gern wissen in welcher Stadt Sie wohnen. Das würde sicher auch unseren Lesern sehr gut gefallen. Ich bin jedoch froh, dass Sie trotz der Kosten Ihrem Kind den Kindergarten ermöglichen.
    Herzliche Grüße,
    André

  4. Hallo,
    ich bezahle im “armen” Oberhausen mit Tränenliste zukünftig den reichlichen Elternbeitrag in Höhe von 5.088,00 Euro/Jahr.
    MfG Wieske

  5. hallo, wir zahlen im Jahr 2268,00 € KIGA, zzgl. 45 € Verpflegung im Monat, haben aber noch beide insgesamt 300 km zur Arbeit (220 der Ehemann,
    80 km ich und noch zu den Fahrtkosten kommen dann auch noch die Tagesmutterkosten von 75,00 € monatlich. Da macht arbeiten richtig freude,
    wenn man im Monat insgesamt 1.100 € an Kosten hat, nur damit man arbeiten geht.

  6. Wir wohnen in Nordhessen und mein 2,5 jähriger geht in einen kirchl. Kindergarten. Andere kindergärten gibt es hier nicht. wir bezahlen non 7 Uhr bis 12Uhr30 135 .- € monatl.

  7. Wir wohnen in einer kleinen Stadt Nähe Göttingen mit 7000 Einwohner. Der Höchstbeitrag wird ab einem Bruttofamilieneinkommen zzgl. Urlaub-, Weihnachts- und Kindergeld ab 3800 EUR mtl. erhoben und beträgt 180 EUR für Halbtagesplatz. Wir benötigen eine längere Bereuungszeit von weiteren 2 Stunden und bezahlen dafür zusätzlich 50% des Beitrages (für den Ganztagesplatz), also 270 EUR zzgl Essensgeld 40 EUR und Sonderöffnungszeit mittags 18 EUR. Wir haben beide auch lange Anfahrtswege zur Arbeit, aber diese Kosten werden nicht berücksichtigt. Eine Stange Geld für 6 Stunden Kinderbetreuung am Tag.

  8. Bremen: Wir haben drei Kinder und zahlen bei einem Jahresverdienst von 52000 Euro Brutto für fünf Stunden tägliche Betreuung ohne Mittagessen den Höchstbetrag von 181 Euro (städtischer Kindergarten der KitA Bremen) – die beiden anderen Kinder werden nicht berücksichtigt, da sie ja “nur” zur Schule gehen.

  9. Tespe/Niedersachsen. Ich bezahle 3.790,– € in der höchsten Stufe pro Jahr zzgl. Kosten der Sonderöffnung (ab 7.30 Uhr) und Kosten der Verpflegung 2,50 @ pro Tag. Liegt daran, dass ich so reich bin und in meinem Keller Goldbarren stapel.

  10. Ich habe 5.088,00 Euro/Jahr Elternbeitrag bezahlt (s.o.). Jetzt geht mein Kind in die Schule und ich kann mein Defizit durch die KiTa Elternbeiträge endlich abbauen. Das nennt sich dann nachhaltige soziale Gerechtigkeit.

  11. Ich bin .Alleinverdiener mit einem Bruttoarbeitslohn von ca 34.000€
    Für einen Betreuungsplatz von 4 Std. täglich zahlen mein Mann und ich 149,-€ plus 3,50€ Milchgeld zahlen.
    Ab Januar wird auch eine Betreuung bis 17 Uhr möglich, dann würden 239,-€ plus 45€ Essensgeld und 3,50€ Milchgeld anfallen. Komischerweise war kein Bedarf seitens der Eltern für die Nachmittagsbetreuung. Woran das wohl liegt!!!!!
    MfG, Marianne H. aus der Gemeinde Sauensiek, Niedersachsen.

  12. Ich durfte mich bis jetzt ja garnicht beschweren,ich habe für meinen (behinderten) Sohn einen Monatsbeitrag von knapp 35.- im Monat bezahlt.Dies bezieht sich auf einen Integrationsplatz!!! Ich beziehe ein Jahreseinkommen von ca.35000.- im Schichtdienst.Aber das ich für mein Kind monatlich ca.450.- an Fördermaßnahmen ausgebe,das ist anscheinend egal!Ich muß sagen das man in diesem Land besser fährt wenn man Kinderlos ist.Dann kann man sich mit seiner eigenen Rente auseinandersetzen,und braucht sich nicht mehr um sein Kind kümmern! Ich wollte damit ,wie mannur einmal zum ausdruck bringen wie unsere Politiker sich anscheinend mehr um Internationale bedürfnisse Kümmern,als um nationale!!!

  13. Wir wohnen in Südthüringen. Wir haben aktuell zwei Kinder die öffentliche Einrichtungen besuchen. Die Große den Kindergarten mit monatlichen Kosten von 120 Euro + c. 45 Euro Essengeld (macht im Jahr 1990 Euro) und die kleine geht in die Kindergrippe mit monatlichen Kosten von 147 Euro + 45 Euro Essengeld (macht im Jahr 2304). Also haben wir aktuell gesamt im Jahr um die 4294 Euro. Der Krippenbetrag ist aber normalerweise bei 210 Euro. Wir bekommen hier für das zweite Kind allerdings 1/3 Ermäßigung. Unser Jahreseinkommen liegt bei ca. 36.000 (inklusive Kindergeld).

    Im nächsten Jahr sind es dann nur noch 3484,80 wegen dem Wechsel zum Kindergarten. Aber es ist immer noch happig genug. Das Arbeiten für mich ist allerdings etwas einfacher, da mein ARbeitsplatz nur einige Straßen weiter ist und ich kein Auto brauche. Spart ja doch ungemein Zeit und Geld nicht fahren zu müssen.

  14. Hallo, wir wohnen in Schleswig Holstein. Ich bezahle für den KiTa-Platz EUR 280,00 im Monat. Die Kosten für Verpflegung betragen EUR 60,00, sind aber in dem Betrag enthalten.

    Als monatlichen Zuschuss von der Stadt erhalte ich EUR 150,00 – mtl., was in keiner Relation steht, da ich alleinerziehend bin und nur halbtags arbeiten kann und dementsprechend weniger verdiene, als voll arbeitende Eltern.

    Ich finde, dass hier eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden muss!!!

  15. Hallo,
    wir wohnen in Hamburg und haben es seit heute schriftlich: unser Kindergartenplatz (bis 10 Stunden täglich) für unseren 18 Monate alten Sohn kostet uns ab sofort 517 Euro inklusive Essengeld. Pro Monat selbstverständlich. Da mir im Gegenzug auch noch das Weihnachtsgeld leise weinend um 50 % gekürzt wurde, fehlen uns nun 2000 Euro netto jährlich in der Familienkasse…

    Ich finde es einfach eine Frechheit! Schließlich zahlen wir in dieser Stadt unsere Steuern und haben uns gerade hier ein Haus gekauft. Nicht zu knapp Grunderwerbssteuern gezahlt (die wurden auch vor kurzem erst angehoben!). Wäre diese Regelung nur 2 Monate eher gekommen – die Stadt hätte 3 Einwohner weniger gehabt!

    Wann merken die Politiker endlich, dass wir unseren Nachwuchs dringend brauchen, damit unsere Wirtschaft nicht irgendwann zusammenbricht? Und zwar gut gebildeten Nachwuchs. Wir werden handeln und unseren Kleinen zu einer Tagesmutter geben. Schade, denn im Kindergarten war er gut aufgehoben. Naja, so spart die Stadt weiter – der Bedarf an künftigen KiTa- Plätzen sinkt dann noch mehr.

  16. Ich wohne in Darmstadt,ich habe drei kinder,2 davon gehen zur schule und ich bezahle für meinen dreijährigen sohn 100,-euro im monat für die zeit von 8-12uhr.
    Zum vergleich meine schwester wohnt in Kestert,bei Rüdesheim und sie bezahlt für ihre zweijährige Tochter garnichts.Dort ist der Kindergarten Beitragsfrei….hoffe dies wird bald in aklen kindergärten so sein.

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