Deutschlandpuls

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Satire und Politik. Der Fall zu Guttenberg (mit Fußnote)

Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten. Und das ist gut so.

Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten.

Oh, mein Gutt, komm zurück. (Klaus Stuttmann)

Mit seiner unsäglichen Rücktrittserklärung sollte er eigentlich allen den Abschied erleichtert haben. Denn er ist ja, wohlgemerkt, nicht wegen eigener Fehler zurückgetreten, sondern weil andere ihn daran hinderten, den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden, die er selbst an seine Verantwortung stellt1. Seine Person und seine Dissertation gerate statt der gefallenen Soldaten in den Vordergrund. Mit dieser anmaßend-selbstgerechten Instrumentalisierung von Toten ist ein einsamer Gipfel des Unappetitlichen erklommen worden. Spätestens an dieser Stelle hört eigentlich der Spaß auf.

Und doch ist es insgesamt angemessen, diesem Phänomen substanzloser Politik-Inszenierung mit den Mitteln der Satire auf den Leib zu rücken. Denn sie macht die hohle Phrase als solche erkennbar, ihr entwaffnender Blick zeigt, dass der König – oder der gelsüchtige Dressmann – nackt ist, sie hilft dekonstruieren, was lediglich ein Konstrukt von Massenmedien und Kommunikationsstrategien war und ist.

Wir gestatten uns daher als Deutschland-Puls ein freudiges Ereignis anzukündigen, zu dessen Entstehung Mitarbeiter unseres Blogs ein wenig beigetragen haben. Heute hat nämlich folgende Neuerscheinung in handlichstem Format (14,8×14,8 cm) das Licht der Welt erblickt:

Klaus Stuttmann: Ohne Titel. Vom Aufstieg und Fall des Freiherrn zu Guttenberg. Schaltzeit Verlag, Berlin 2011, 40 Seiten.

Das ist zum Lachen und zum Gruseln, eine (frei)herrliche Horror-Schau von erheblichem Komik-Potenzial. Einmal mehr zeigt sich, dass nichts Klaus Stuttmann daran hindert, lachend bittere Wahrheiten an den Tag zu zeichnen. Am besten hat wohl er selbst einmal seinen Beitrag zur causa Guttenberg (und nicht nur zu ihr) beschrieben: Aufklärung statt Verklärung.

1 O-Ton zu Guttenberg: „Der Grund liegt im Besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich selbst an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann. [...] Verantwortung, die möglichst ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit verlangt“. Wer die Entwicklungen der letzten Tage aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass alle, die von Guttenbergs Karriere ausschließlich im Präteritum beschwören, sich vermutlich schwer täuschen. In den befreundeten Medien sind deutliche Anzeichen eines Neustarts mit klarer Marschrichtung zu erkennen: Rechtsum, kehrt! Der Fall ist tief, aber nicht endgültig. Das freiherrliche Imperium wird zurückschlagen. Der Rechtspopulismus hat beachtlichen Zuwachs bekommen.

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