Deutschlandpuls

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Neo-Rauch und der Neo-Liberalismus

Neo Rauch malt Bilder und er ist weltberühmt. Da liegt es nahe, dass man ihn einlädt, am Deutschland-Bild der weiten Welt mitzumalen. Nichts dagegen einzuwenden. Die Frage ist nur, WIE man das macht. Früher tat man das erfolgreich auf die bescheidene Tour. Seit der so grandios geglückten geistig-moralischen Wende vom September 2009 trumpft man lieber ein bisschen auf, sprich: Man listet gleich alle Trümpfe auf, die man in der Hand zu haben glaubt. In der Diktion des von der Westerwelle überspülten Außenministeriums (Pressemitteilung vom 7. Dezember) zu einer Neo-Rauch-Ausstellung in der Deutschen Botschaft in Paris (Palais Beauharnais) liest sich das dann so:

„Das Bild Deutschlands in der Welt wird nicht allein von außenpolitischer Verlässlichkeit und unserer wirtschaftlichen Stärke geprägt. Unsere kulturelle Vielfalt ist ein Markenzeichen Deutschlands in der Welt. Neo Rauch ist einer der ganz großen deutschen Künstler unserer Zeit.“

Hier sind Kulturgüter unversehens zu Markenartikeln geworden, eine denkbar unsakrale, höchst banale Transsubstantiation: Kultur als Warenlager und Lieferant von Exportschlagern, BRAND-new aus dem Atelier. Ob er’s will oder nicht: Neo Rauch wird so zum Aushängeschild des Neo-Liberalismus,

bedauert Glossix.

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