Deutschlandpuls

So steht’s um Deutschland.

Michel Deutschers Top 100 der Bücher

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Mal was Listiges. Da ich wie viele andere Deutsche auch alle Warnungen in den Wind schlug, habe ich mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen und durfte deshalb den Januar im Bett verbringen und mich mit der Grippe und den bakteriellen Folgeerkrankungen anfreunden. In lichten Momenten hatte ich dafür schön viel Zeit zum Lesen.

Heute kam mir eine Liste unter die Augen, die derzeit durch die Blogosphäre huscht (hier und da), obwohl sie bereits ein wenig älter ist. Es geht um der Deutschen liebste Bücher. Das ZDF hatte 2004 eine Umfrage gestartet mit dem Ziel, „Die Top 100 der Lieblingsbücher in Deutschland“ zu küren. Die Hitliste ist dem damals aktuellen Geschmack geschuldet (z. B. „Der Schwarm“) und durch einige Bestseller aus dieser Zeit etwas verzerrt. Nichtsdestotrotz, wir nehmen, was da ist!

Nachtrag: Bemerkenswert ist die internationale Ausrichtung der Bücherliste. Nur ein Drittel aller Titel (31) wurden von deutschsprachigen Autoren verfasst (dazu zählen eben auch Schweizer und Österreicher). Der Rest der Schriftsteller stammt aus Russland, England, Irland, Italien, den USA und anderen Staaten.

1. Der Herr der Ringe, J. R. R. Tolkien
Habe ich als dreiteilige Film-Saga gesehen, das dürfte reichen.

2. Die Bibel
Das Buch der Bücher enthält wahrlich so einige lehrreiche Erzählungen, kulturhistorische Informationen sowie die erste Detektivgeschichte der Welt (Susanna im Bad: Daniel stellt Nachforschungen an, macht Befragungen und spricht die keusche Susanna vom Vorwurf des Ehebruchs frei.)

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
Ich kenne Menschen, die das Buch gelesen haben und begeistert waren.

4. Das Parfum, Patrick Süskind
Soll das Lieblingsbuch von Kurt Cobain gewesen sein, ich fand es etwas konstruiert und weit hergeholt, aber dennoch passagenweise sehr schön.

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
Mal drauf achten: Dieses Buch steht beinahe in jedem Bücherregal und eignet sich gut zum Üben anderer Sprachen. Bei mir war es Italienisch.

6. Buddenbrooks, Thomas Mann
Habe es begonnen, doch dann wieder zur Seite gelegt.

7. Der Medicus, Noah Gordon
Meine Freundin wollte, dass ich das Buch lese. Als ich es durch hatte, war sie nicht mehr meine Freundin.

8. Der Alchimist, Paulo Coelho
Dieses Buch gehört zur religiösen Erbauungs- und Mutmachliteratur. Die Geschichte selber kenne ich von Jorge Luis Borges, nur kürzer.

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, J. K. Rowling
Ich möchte den armen Kinder nicht ihre Bücher weglesen.

10. Die Päpstin, Donna Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
Dieses Buch las ich in einem Zug, der noch dazu aufgrund eines Lokschadens zwischen Erkner und Fürstenwalde steckengeblieben war. Die Lektüre hat mir die Wartezeit auf hohem Niveau verkürzt.

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, J. W. Goethe
Bist du der Geist, der stets verneint? – Äh, ja. Diese Faust passt aufs Auge und kann immer wieder zur Hand genommen werden.

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
Ist Jane Austen nicht mit Paul Austen verheiratet?

18. Der Name der Rose, Umberto Eco
Eines meiner Lieblingsbücher. Auf den ersten Blick eine mittelalterliche Detektivgeschichte mit Anleihen an Sherlock Holmes (William von Baskerville / Adson-Watson). Bei genauerem Hinlesen ergeben sich mehrere Ebenen, die sich mit Zeichentheorie oder dem Italien der siebziger Jahre (Fratizellen vs. Rote Brigaden) beschäftigt.

19. Illuminati, Dan Brown

20. Effi Briest, Theodor Fontane
Das war Schullektüre und durfte deshalb nicht gefallen oder gar gelesen werden.

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, J. K. Rowling
Ich möchte den armen Kinder nicht ihre Bücher weglesen.

22. Der Zauberberg, Thomas Mann
Diesen wuchtigen Roman möchte ich unbedingt noch lesen!

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
Da kenne ich nur den Film.

24. Siddharta, Hermann Hesse
Siddharta erzählt die Geschichte eines Suchenden und die des inneren Buddha, der in uns allen schlummert. Gefiel mir so gut, dass ich es gleich auf Schwedisch las.

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
Endes unendliche Geschichte las ich kurz vor dem Mauerfall 1989. Besonders ist mir die verschiedenfarbige „Druckerschwärze“ des Buches in Erinnerung geblieben sowie dessen Duft (ich bekam es von einem Kettenraucher geborgt).

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
Der Roman erzählt Kindheitserinnerungen aus einem armen Irland, wobei ich nie den Bezug zum Buchtitel verstanden habe. Lesenwert.

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
Obwohl es dem Buchtitel widerspricht, hatte ich diesen Roman ratzfatz ausgelesen und war begeistert.

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
Diese Liebesgeschichte mit Prager Frühlingsgefühlen ist sehr lesenswert.

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
Tut mir leid, so viel Zeit hab ich nicht.

37. Owen Meany, John Irving

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder
Ein höchst origineller Versuch, die europäische Philosophiegeschichte in einem Jugendbuch zu erklären. Und dann diese Verschiebungen in den Erzählebenen – großartig!

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
Der darin verborgene Humor ist mir immer verborgen geblieben.

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse
Gähn. Und ausgerechnet nach diesen Seelenblähungen haben sich die kalifornischen Hartrocker von Steppenwolf benannt?

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass
Günter Grass ist überbewertet.

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
Im Osten schon.

50. Der Schwarm, Frank Schätzing
ohne Worte

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, J. K. Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan
Die australische Buschgeschichte las ich 1996. Hat mir damals gefallen, doch heute nehme etwas Abstand vor dessen esoterisch angehauchtem Inhalt.

56. Der Fänger im Roggen, J. D. Salinger
Das Lieblingsbuch vom Lennon-Mörder Mark David Chapman hat mich nie so gepackt.

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo Tolstoi

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
Es heißt immer wieder: Sollte man gelesen haben. Später einmal.

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
Ich möchte den Damen nicht ihre Bücher weglesen.

69. Harry Potter und der Feuerkelch, J. K. Rowling
Ich möchte den armen Kindern nicht ihre Bücher weglesen.

70. Tagebuch, Anne Frank
Eines der wenigen Tagebücher, in denen man unbedingt stöbern sollte.

71. Salz auf unserer Haut, Benoite Groult

72. Jauche und Levkojen, Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
Ich warte mit der Lektüre auf die korrigierte Fassung …

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
Las ich auf Englisch, und mehr weiß ich schon nicht mehr. Ist Siri Hustvedt nicht mit Paul Auster verheiratet?

76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
Das deutsche Multitalent Walter Moers (Das kleine Arschloch, Der Fönig) schafft es wieder und wieder, die Fantasie seines Publikums zu kitzeln.

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May
Da kenne ich nur den dritten Teil: Winnethree.

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
Die Verfilmung von 2001 hat einen Oscar bekommen, aber in deutschen Medien nicht annähernd die selbe Aufmerksamkeit wie „Das Leben der Anderen“. Wieso eigentlich?

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell
Viel interessanter als die düstere Handlung ist der separate Anhang über die Grundlagen des Neusprech. Gehirnwäscherisches Neusprech mit seinem Hang zu Euphemismen entdecke ich heute vor allem in der politischen Alltagssprache (Wachstumsbeschleunigungsgesetz!), der Werbung (”Leicht ist das neue Lecker”) und beim politisch korrekten Sprechen (Studierende statt Studenten).

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
Da ich Freunde aus Slowenien habe, las ich diesen Roman, in dem auch der Autor als Person auftaucht, und war angenehm überrascht.

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
Dieser Moskau-Roman gehört zu meinen absoluten Lieblinsgbüchern. Einfach fabelhaft!

93. Schachnovelle, Stefan Zweig
Mein neuer Mitbewohner schwört ja auf Stefan Zweig, ich kenne nur diese Novelle, die mir allerdings gut gefiel.

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
In der Tat eine der besten Geschichten, die aus einem Rachemotiv gestrickt wurde.

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Foto: Michel Deutscher

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