Deutschlandpuls

So steht's um Deutschland.

Mauerfall. Allerorten

Bundesarchiv Bild 183-1990-0117-316, Berlin, G...

Der November hat begonnen.  Das bedeutet auch: Der 9. November ist nicht mehr weit. Das ist bekanntlich ein vielgestaltiger Gedenktag. Dieses Jahr wirft allerdings besonders die zwanzigjährige Wiederkehr des Mauerfalls immer mächtiger ihren Schatten voraus. Das geschieht schon seit Beginn des Jahres, in unzähligen Medien-Beiträgen, mit Ausstellungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Nun intensiviert sich das natürlich und es wird schier unmöglich, einen Überblick über das Angebot an Veranstaltungen zu liefern.

Wir wollen im Wesentlichen auf ein paar Schneisen hinweisen, die unser Freund und Partner Marvin Brendel auf seinem Geschichtsblog durch dieses Dickicht geschlagen hat. Als Einstiegsort wählen wir Eisenhüttenstadt. Als eigenen Zusatz fügen wir lediglich drei Ausstellungen aus dem Berliner Raum hinzu, die auf ganz unterschiedliche Art an die visuelle Intelligenz appellieren und sie entwickeln.

Eine exquisite Auswahl aus den Arbeiten von gut 20 Spitzenvertretern der deutschen Dokumentar-Fotografie präsentiert die Stiftung Brandenburger Tor im Liebermann-Haus, direkt neben dem Brandenburger Tor, unter dem Titel „Szenen und Spuren eines Falls. Die Berliner Mauer im Fokus der Photographen“. Ca. 140 Ansichten sind zu sehen: 140 Einsichten.

Wer den satirischen Blick auf die Zeitläufte als Lebenselixier braucht oder zumindest als Stimulus schätzt, wird in der Ausstellung „20 Jahre – 20 Karikaturisten erinnern sich“ in der Potsdamer Landeszentrale für politische Bildung auf seine Kosten kommen – aber nur noch ein paar Tage, bis zum 5. November. Jeweils zehn Zeichner aus Ost und West haben ihre besten Arbeiten zum Thema zusammengestellt: eine äußerst erhellende Konfrontation, Aufklärung mit Witz.

Ein Jubiläum wie das bevorstehende ist auch dazu angetan, den Blick auf das Davor zu richten und sich mit seiner Reflexion in der bildenden Kunst zu befassen. Dazu lädt das Deutsche Historische Museum mit seiner großen Ausstellung „Kunst und Kalter Krieg. Deutsche Positionen 1945-89“  ein. Solche Distanzierung vom ganz unmittelbar Politischen kann dem denkenden Gedenken nur gut tun.

Medienwechsel ohne Ortswechsel. Ebenfalls im Deutschen Historischen Museum, genauer gesagt in dessen Kino, dem Zeughauskino, wird vom 3. bis 8. November unter dem Titel “Ostfront/ Westfront” eine Reihe von Kurzfilmprogrammen gezeigt, die sich mit den Lebensverhältnissen beiderseits der Mauer befassen.

Es fehlt also nicht an Möglichkeiten, die Mauer unter wechselnden Perspektiven ins Auge zu fassen, ohne die Scheuklappen offizieller Betrachtungen.

Reblog this post [with Zemanta]

verwandte Artikel

Tagged as: , ,

1 Kommentar

  1. Ich hoffe mit dem 20 jährigen Mauerfalljubiläum ist dann endlich mal diese Ostalgie vorbei, mit der uns RTL&Co in den letzten Jahren belästigt haben.

Kommentar hinterlassen

Please note: comment moderation is enabled and may delay your comment. There is no need to resubmit your comment.