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Image via Wikipedia

Man kann’s kaum fassen. „ Die Linke” – und nicht nur sie – hatte bislang an der DDR (wir wissen ja: „es war nicht alles schlecht ….”) wenigstens ihre frauenemanzipatorischen Verdienste geschätzt: die weibliche Berufstätigkeit als Regelfall, und das auch auf Gebieten, die im Westen eher als Männerdomäne galten; die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch umfangreiche Betreuungsangebote usw. usf. Dieses Bild wurde mitunter etwas unscharf, wenn ein saarländischer Störsender namens Christa Müller in Aktion trat. Sie, Oskar Lafontaines Ehefrau, gab ja Töne zur Mutterrolle von sich, die eher an die CSU der 1950er Jahre erinnerten. Aber das hatte sich in letzter Zeit wieder etwas gelegt.

Nun aber hört man, dass der Berliner Wirtschafts-, Arbeits- und Frauensenator Harald Wolf die Koedukation für die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften in Frage stellt, weil sie Rollenstereotype einübe. Als Beispiel dient dabei immer wieder die Beobachtung, dass in koedukativen Gruppen sich meistens die Jungs die Arbeit am Computer unter den Nagel reißen würden.

Logischerweise müssten dann natürlich auch die Sprachen getrennt unterrichtet werden, in denen unbestreitbar die angehenden Frauen dominieren. Genauer gesagt: da weibliche Schüler außer in Mathe und Naturwissenschaften in praktisch allen Fächern besser sind, müssten die Jungen ihrerseits vor den Mädchen geschützt werden. Koedukation ade, fächerdeckend.

Wer ein wenig konsequent denkt, wird dabei nicht stehen bleiben wollen. Da seit Max Weber die besondere Affinität des Protestantismus zu kapitalistischem Denken bekannt ist, wird man künftig Protestanten und Katholiken im Wirtschaftsunterricht trennen müssen.

Die erfahrungsgemäß wortkargen Skandinavier werden wir füglich nicht mehr mit eloquenten Südeuropäern im Sprachunterricht in eine Klasse setzen können.

Als eher kleinwüchsiger Mensch weiß ich, dass man als solcher im Schulalter kräftig gemobbt werden kann. Das hat meine – und nicht nur meine – intellektuelle und emotionale Entfaltung sicher stark beeinträchtigt. Eine Klassen-Trennung nach Körpergröße ist daher ein unabweisliches Bedürfnis. Eine zusätzliche Berücksichtigung des Körpergewichts entsprechend der Einteilung im Boxsport ist angesichts der Auseinandersetzungen auf den Pausenhöfen zumindest in Erwägung zu ziehen.

So leid es einem tut – man kann nicht umhin festzustellen, dass es zwischen Ostasiaten und subsaharischen Afrikanern Unterschiede in den schulischen Leistungen gibt. Wir sollten auch gar nicht mehr versuchen, derartige kulturell bedingte Unterschiede im Lernverhalten innerhalb einer Gruppe auszugleichen. Natürlich nicht aus Rassismus, sondern zum Schutz der etwas weniger Erfolgreichen beenden wir die Koeduktion von Schwarz, Rot, Gelb und Weiß in unseren Schulen. Trennung – man kann auch Apartheid dazu sagen – ist überhaupt die beste Lösung für alles.

Ja, und dann kann er losgehen, der Klassen-Kampf. Ob es das ist, was „Die Linke” will?

fragt sich Glossix.

Quelle: Tagesspiegel, 11.12. 2008 (Dort ist auch nachzulesen, dass Harald Wolf mit seiner Auffassung im Berliner Senat nicht allein steht.)

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