Kleine Bilanz zum Mauerfall-Jubiläum
Anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Mauerfall hat Marvin beim GeschichtsPuls eine überwiegend ökonomische Bilanz der Deutschen Einheit gezogen. Dabei stützt er sich auf zwei Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sowie eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Diese Studien wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:
Überblicksportal: Einheitsbilanz Deutschland
Ostdeutschland 20 Jahre nach dem Mauerfall – eine Wohlstandsbilanz (Studie von Klaus Schroeder von der Freien Universität Berlin, .pdf-Datei)
Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Fortschritte im Osten Deutschlands 1989-2008 (ifo-Gutachten von Joachim Ragnitz, .pdf-Datei)
“20 Jahre Mauerfall”: Eine ökonomische Bilanz (DIW-Studie, .pdf-Datei)
Fazit der Untersuchungen:
20 Jahre nach dem Fall der Mauer hat der Lebensstandard in den neuen Bundesländern fast Westniveau erreicht, so der Tenor der beiden Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Insgesamt haben die Menschen in den neuen Bundesländern in den vergangenen zwei Jahrzehnten “eine in Europa beispiellose Wohlstandsentwicklung” erlebt. Dabei hätten sich die realen Nettomonatsverdienste für ostdeutsche Angestellte zwischen 1991 und 2007/2008 in etwa verdoppelt, die der ostdeutschen Arbeiter – je nach Familienstand – um 60 bis 80 Prozent erhöht. Zu den großen Einheitsgewinnern zählten zudem Ost-Rentner und junge Ostdeutsche.
Bei der Ausstattung mit langlebigen Konsumgütern stehen ostdeutsche Haushalte den Studien zufolge den Westdeutschen in nichts mehr nach. Beim Autobesitz haben sie zumindest der Zahl nach die alten Bundesländer überholt: 57 Prozent aller Ostdeutschen besitzen einen PKW (2007), im Westen sind es nur 51 Prozent. Das ostdeutsche Einkommensniveau liegt zwar etwa 10 bis 15 Prozent unter dem westdeutschen, ist aber regional verschieden und hat sich vielfach bereits angeglichen.
Und auch beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung kommt man zu einer positiven Gesamtbewertung der wirtschaftlichen Lage in den neuen Bundesländern. “Bei der Produktivität und bei der Wettbewerbsfähigkeit hat es immense Fortschritte gegeben, die Erneuerung der Infrastruktur ist weit fortgeschritten”, meint DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann. Außerdem sei es nach einer fast vollständigen De-Industrialisierung gelungen, wieder ein beachtliches industrielles Wachstum zu erreichen.
Ausführlicher und mit einigen KfW-Zahlen und der aktuellen Debatte um ein “Aufbau West”-Programm gewürzt, wie gesagt drüben beim GeschichtsPuls: 20 Jahre Mauerfall – eine Teilbilanz.
Zudem gibt es von der INSM noch ein Internet-Portal zum Thema: Einheitsbilanz Deutschland
deutschlandpuls/10.11.2009
