Die Mär vom billigen Geld
Unter „Suche nach der Exitstrategie“ zeigt Spiegel –Online die Probleme des billigen Geldes auf. Billiges Geld hilft vor allem indirekt den Banken. Ohne viel Risiko können Sie Geld verleihen. Aber gerade in der Krise tummelten sich bei den Banken Milliarden Verluste. Veränderte Bilanzierungsregeln helfen den Banken ihre wahre Situation ein wenig zu verschleiern. Denn in Wirtschaft und Politik herrscht die Angst vor dem Verbraucher. Hat er kein Vertrauen, zieht er sein Geld ab und die Bank geht bankrott. So geschehen beispielsweise im Oktober 2009 als Kunden der DSB Privatbank in den Niederlanden über Nacht ihre Gelder abzogen.
Da auch die Einlagesicherungsfonds nur begrenzt Bankpleiten vertragen, ist der Wunsch nach einem soliden Finanzsystem groß.
Um schnell wieder die Wirtschaft auf Kurs zu bekommen, tönte es überall, dass billiges Geld von Nöten sei. Die Politik macht Druck und die Zentralbanken als Stabilitätswächter sind gefragt.
Billiges Geld für Banken, die es mit normalem Zins weiterzuverleihen.
Klar ist, dass der Zinssatz den der Konsument derzeit zahlt nicht das Kostenniveau wiederspiegelt. Denn er beinhaltet die indirekten „Subventionen“ die so der kranken Bank wieder zufließen.
Im Kapitalismus sollten ja eigentlich Angebot und Nachfrage über den Preis entscheiden. Wenn aber alle Mitspieler gemerkt haben, dass man auch mit der „Sit and Wait“ Strategie wunderbar Gewinne machen kann, dann sitzen lieber alle am Tisch lecken sich die Wunden und prahlen, wie schnell Sie die Staatshilfen aus Ihren Zinsgewinnen wieder zurückzahlen können.
Der Wähler hingegen ahnt meist nicht, dass auch entgangene Gewinne der Zentralbanken, den Staatshaushalt plagen. Es sind schlichtweg fehlende Einnahmen.
Billiges Geld belohnt also nicht nur „unwirtschaftliches Handeln“ sondern lässt auch die Schuldenuhr schneller ticken.
Wird es dem Markt wieder entzogen, so sind die Banken selbst gefragt. Haben sie die Zeit genutzt um sich neuauszurichten? Produkte und Dienstleistungen neu ausgerichtet? Ihre Risiken minimiert und sich auf ihre eigentlichen Stärken zurückbesonnen?
Falls nicht, wird das Bankensterben munter weiter gehen. Und das ist gut so.
