Das war sie, die 60. Berlinale
Das waren sie, die 60. Internationalen Filmfestspiele Berlins, und sie haben es mir nicht immer leicht gemacht: Zum einen wurde mein Schlafbedürfnis auf das Äußerste strapaziert, denn trotz Spätvorstellungen und Abendveranstaltungen hieß es jeden Morgen, wer seine Wunschfilme sehen und Premierenkarten für den nächsten Tag bekommen will, finde sich ab 7:45 Uhr vor dem Ticketschalter am Potsdamer Platz ein. Zum anderen bringt der Ehrgeiz, so viele Filme wie möglich sehen zu wollen (und das bei einer Auswahl an 400 Filmen), gewisse Nachlass- und Mangelerscheinungen mit sich: rotgeäderte Augen, Knieschmerzen, Augenringe, fahle Haut, Halsschmerzen von der Saalbelüftung – und nicht zu vergessen: geistige Verwirrung (äh, welcher Film?, wann?, wohin jetzt?, was nochmal?), hastiges Vollstopfen mit ungesundem Essen und Kaffee, von einem Kino zum anderen hetzen, aufkommende Stressmuffligkeit – um nur einiges zu nennen.
Aber – und das ist das Wichtigste – ES WAR TROTZDEM TOLL! Die Herausforderung habe ich erfolgreich gemeistert und in neun Tagen 33 Filme geschafft, davon elf Premieren sowie vier Premierenparties und zwei Empfänge. Unter den 33 Filmen waren übrigens 14 Filme aus Deutschland, acht aus den USA und der Rest aus Russland, Israel, Finnland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, China und Österreich.
Meine persönlichen Highlights:
PLATZ 1 – Großartig
- “Renn, wenn du kannst” (von Dietrich Brüggemann, Deutschland)
- “Der Räuber” (von Benjamin Heisenberg, Deutschland/Österreich)
- “The Ghostwriter” (Roman Polanski, GB/Deutschland, Silberner Bär – Regie)
- “Welcome To The Rileys” (von Jake Scott, USA)
- “Exit Through The Gift Shop” (von Banksy, GB/USA)
- “A Woman, A Gun And A Noodleshop” (von Zhang Yimou, China)
- “Bibliotheque Pascal” (von Szabolcs Hajdu, Rumänien/Ungarn)
- “New York Memories” (von Rosa von Praunheim, Deutschland)
PLATZ 2 – Sehr sehenswert
- “If I Want To Whistle, I Whistle” (von Florin Serban, Rumänien/Schweden, Silberner Bär – Großer Preis der Jury)
- “Die Friseuse” (von Doris Dörrie, Deutschland)
- “Shahada” (von Burhan Qurbani, Deutschland)
- “Boxhagener Platz” (von Matti Geschonneck, Deutschland)
- “Nine” (von Rob Marshall, USA)
- “The Kids Are All Right” (Lisa Cholodenko, USA)
- “How I Ended This Summer” (Alexei Popogrebsky, Russland, Silberner Bär – Kamera + Bester Männlicher Darsteller)
- “Die Fremde” (von Feo Aladag, Deutschland)
PLATZ 3 – Seltsam aber sehenswert
- “The Killer Inside Me” (von Michael Winterbottom, GB)
GEPLATZT – Leider ziemlich furchtbar
- “Cindy liebt mich nicht” (von Hannah Schweier, Deutschland)
- “Jud Süß” (von Oskar Roehler, Deutschland)
- “Mammuth” (von Benoit Delepine/Gustave Kervern, Frankreich)
- “Blutsfreundschaft” (von Peter Kern, Österreich)
Das ist natürlich mein persönlicher Eindruck, Geschmack ist streitbar und so unterschiedlich, das wurde mir bei der Berlinale in Gesprächen und Diskussionen wieder einmal sehr bewusst. Leider habe ich “Shutter Island” und auch den Gewinner des Goldenen Bären “Bal/Honey” verpasst. Aber alles in allem war es eine ereignisreiche und inspirierende Erfahrung.
Text + Foto: Mel Cubrix (Cineastin)

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Ick war och im Kino gewesen. War schau gewesen.
NEGATIV fand “Cindy liebt mich nicht” in seiner Schlichtheit und vor allem aufgrund der naturalistischen Figuren recht gelungen und hofft auf einen erfolgreichen Kinostart. Unsere Eindrücke sind zu lesen unter: http://www.negativ-film.de/2010/05/ciny-liebt-mich-nicht.html