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	<title>Deutschlandpuls &#187; Gut gemeint</title>
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	<description>So steht&#039;s um Deutschland.</description>
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		<title>Angewandter Sarrazynismus</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 12:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Biologismus]]></category>
		<category><![CDATA[Eugenik]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Buchholz]]></category>
		<category><![CDATA[Sparpaket]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Man sollte auch frühestens dann daran denken, Sarrazin den Mund zu verbieten, wenn man denen, die ihn praktizieren, das Handwerk gelegt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->CDU-Ministerpräsident Böhmer hält es für sozial unausgewogen, dass nach dem Willen des „Sparpakets“ der Bundesregierung die 300 Euro Elterngeld für Hatz-IV-Empfänger gestrichen werden, während die Heim und Kind hütende Millionärsgattin diese Summe anstandslos auf ihr bescheidenes Konto überwiesen bekommt.</p>
<p>Böhmer hat im Prinzip schon Recht, nur nicht mit seiner parteigebunden weichgespülten Wortwahl. Reden wir also Klartext. Was hier Gesetz werden soll, ist praktizierter Sarrazin. Der Unterschicht (wir lassen uns hier der Kürze halber mal die ungenaue Gleichsetzung von Hartz IV und Unterschicht durchgehen) wird eher unsanft zur Kenntnis gebracht, dass Kinder eine Last sind, dass sie Geld kosten, das man nicht hat. Zu dieser – für sie ja nicht zutreffenden –  Einsicht muss man die Millionärsgattin nicht bringen. Deshalb darf sie das Geld, das sie nicht braucht, ruhig behalten. Logo.<br />
<a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/Thilo_Sarrazin.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-5001" title="Thilo Sarrazin in Erklärungsnot" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/Thilo_Sarrazin-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Anreize zum Kinderkriegen sind seit Jahren ein Hauptthema der Politik. Die sparpaket-sanktionierte Praxis setzt das nun schichtenspezifisch um, was sich nur vor dem Hintergrund einer biologistischen, eugenischen Ideologie begründen lässt: Wir brauchen Aufforstung durch Mittel- und Oberschicht-Gene – eben ganz nach Sarrazin.</p>
<p>Wer Sarrazin selbst praktische Politik werden lässt, möge seine künstliche Aufregung über den verbalen Sarrazin im Hals stecken lassen. Für die Auseinandersetzung mit den unsäglichen Thesen des feinen Herrn sind andere besser legitimiert. Man sollte auch frühestens dann daran denken, ihm den Mund zu verbieten, wenn man denen, die ihn praktizieren, das Handwerk gelegt hat,<span id="more-4993"></span></p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>P.S. Glossix ruft nicht nach dem Kadi, aber nach ernsthafter, gründlicher Auseinandersetzung. Sein jüngstes und bislang lesenswertestes Beispiel dafür fand er bei <a href="http://www.martin-buchholz.de/kom0.html">Martin Buchholz</a> (&#8220;Wochenschauer&#8221; vom 3. September 2010). Dass es diesem beim Thema Thilo S. – vielleicht zum ersten Mal seit Jahrzehnten – weitgehend die kabarettistische Sprache und die Lust am Wortspiel – verschlagen hat, macht besonders nachdenklich.</p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Enhanced by Zemanta" href="http://www.zemanta.com/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/zemified_a.png?x-id=40771ef8-c6c9-4541-ace3-318b84aea2b9" alt="Enhanced by Zemanta" /></a><span class="zem-script pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
<p>Bild:<a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/Thilo_Sarrazin030709.jpg">wikimedia</a></p>
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		<title>Von den Sarazenen zu Sarrazin</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/von-den-sarrazenern-zu-sarrazin-4965</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 17:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Trebor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[elitärer Kleinbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Immigration]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Stuttmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin ist gerade mal einen Sturm im Wasserglas des Feuilletons und der Blogosphäre wert – und eigentlich noch viel mehr ist er ein Fall für Kabarettisten und Karikaturisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heftig tobt er bereits, der Kampf um Thilo Sarrazins Opus „Deutschland schafft sich ab“.  Dabei wird die buchförmige Zusammenstellung seiner  Vorurteile doch erst heute offiziell vorgestellt. Vorabdrucke im SPIEGEL haben diese Diskussion ermöglicht, und schließlich heizt der Autor ja schon seit einiger Zeit die Diskussionen um Unterschicht und Einwanderer mit seinen grobkörnigen populistischen Thesen an. Als Tabubrecher versteht er sich wohl selbst, er sieht sich als einen, der gegen die <em>political correctness</em> löckt. Dabei ist er ein bloßer Sprücheklopfer, allenfalls ein minder begabter Provokateur, dem durch seine herausgehobene gesellschaftliche Stellung – Ex-Finanzsenator und Bundesbanker – unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird.</p>
<p>Wie verhält man sich da? Am besten, so sollte man meinen, unterstützt man mit den eigenen schwachen Mitteln nicht noch das, was man den Großen in den Medien vorzuwerfen hat, nämlich das Übermaß an Publizität für ein zweifelhaftes Produkt. Also mit Stillschweigen übergehen und sich wichtigeren Dingen zuwenden? Dazu ist es am Tag des Erscheinens leider schon zu spät. Der Puls, den wir, unserem Namen entsprechend, erfühlen und ergründen wollen, wird durch das Sarrazin-Buch nun einmal entscheidend beeinflusst.</p>
<p>Schlagen wir also lieber eine kleine Brücke der Intelligenz über den uns vorgesetzten Abgrund an Volksverdummung. Das Vorliegen einer Fülle fundierter Artikel macht dies möglich. Wir haben die Qual der Wahl. Beginnen wir mit einer kleinen Zusammenstellung lesenswerter Analysen:</p>
<p><a href="http://www.dasdossier.de/magazin/kultur/kulturkritik/der-elitaere-kleinbuerger">Das Dossier</a>, <a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/08/tabubrechende-idiotie.html">Blogspot</a>, <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/intelligenz-ist-zu-50-bis-80-prozent-angeboren/1912078.html">Tagesspiegel</a>, <a href=" http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E8844167DB87E45D68639E4C19F5358E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html;">FAZ</a>, <a href="http://www.fr-online.de/kultur/literatur/der-fall-sarrazin/-/1472266/4595198/-/index.html">FR-Online</a></p>
<p><span id="more-4965"></span></p>
<p>Die „Nachdenkseiten“ liefern auf ihren diversen Seiten nicht nur eine <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6572">Analyse</a> der Sarrazin-Thesen, sondern auch einen instruktiven  <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6584#h19">Vergleich der Argumentationsmuster</a> von Sarrazin und Nazi-Innenminister Frick. Lesenswert und erhellend auch das auf dieser Website zitierte <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6577#h22">Lob </a>aus dem Mund eines NPD-Parlamentariers. Mit einem etwas längeren zustimmenden Zitat aus nationaldemokratischer Quelle wartet Jörg Lau in der <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2010/08/24/thilo-sarrazin-mutiger-tabubrecher_4087">ZEIT </a>auf.</p>
<p>Solches Lob sollte den noch immer sozialdemokratischen Autor schon etwas nachdenklicher machen. Diese Hoffnung darf man aussprechen, gerade wenn man – was mein Fall ist – ihn vorerst nicht gleich mit der Nazi-Keule erschlagen will. Ich will auch nicht mit der Meinung hinter dem Berg halten, dass Sarrazin ein Fall für alle möglichen Disziplinen sein mag, aber nicht für den Staatsanwalt.</p>
<p>Dummes und selbst Dumpfes muss gesagt werden dürfen. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das man nicht wegen der gesammelten Vorurteile eines elitären Kleinbürgers aufs Spiel setzen sollte. Und mit dieser Vokabel, die wir  dem eingangs genannten Blog „Das Dossier“ entleihen, ist Thilo Sarrazin gewiss besser beschrieben als mit justiziablen, aber ihrerseits groben Kategorien wie „Rassist“ und „Volksverhetzer“. Einzelne Äußerungen mögen dergleichen Einordnungen durchaus nahelegen, aber wohin kommen wir, wenn wir bei jedem Provokateur so in den Krümeln suchen?! Sarrazin per Gerichtsbeschluss verurteilen, während wir uns NPD-Parlamentarier leisten?? Da geraten, so scheint mir, bei einigen Leuten die Proportionen durcheinander.</p>
<p>Woher auch dieser plötzliche Eifer, nachdem man den Herrn so lange als Berliner Finanzsenator ertragen hat, obwohl er da schon wiederholt Unsägliches von sich gegeben hatte. Warum musste man ihn, obwohl all das bekannt war, auch noch zum Bundesbanker machen? Und warum musste ihn das „Haus der Kulturen der Welt“ zur Buchvorstellung einladen, obwohl dort sehr wohl bekannt war, was er zu Immigranten üblicherweise vom Stapel lässt? Wir sind der Meinung, dass ihm das nicht verboten werden sollte, aber deswegen muss man ihm nicht jedes Forum bieten und man musste ihn nicht jedes Amt ausüben lassen bzw. es ihm erst übertragen. Jetzt kritisieren ihn seine Vorgesetzten  scharf und das „Haus der Kulturen“ lädt ihn wieder aus. Das sieht dann natürlich wie Zensur aus und verschafft  einem Sarrazin nur eine Steigerung des Gefühls seiner eigenen Wichtigkeit – und zusätzliche Publizität.</p>
<p>Das ist alles überdimensioniert. Sarrazin ist gerade mal einen Sturm im Wasserglas des Feuilletons und der Blogosphäre wert – und eigentlich noch viel mehr  ist er ein Fall für Kabarettisten und  Karikaturisten. Mit diesen Gattungen sei unsere Linksammlung daher abgeschlossen:</p>
<p>Das beginnt mit dem <a href="http://www.martin-buchholz.de/">Wochenschauer </a>von Martin Buchholz, durch den ich – danke, Martin – auf die Nachdenkseiten gekommen bin, und setzt sich fort mit ein paar Zeichnungen (von, natürlich subjektiv, zunehmender Qualität):<a href="http://www.warping.org/karikatur/politiker/thilo-sarrazin.htm"></a></p>
<p><a href="http://www.warping.org/karikatur/politiker/thilo-sarrazin.htm">Warping</a>, <a href=" http://www.toonpool.com/cartoons/Thilo%20Sarrazin%20und%20sein%20Buch_95318">Toonpool</a>, <a href="http://www.sakurai-cartoons.de/">Sakurai-Cartoons </a>, <a href="http://derstandard.at/1277339378797/Cartoon-Neue-Marke?sap=2&amp;_slideNumber=3&amp;_seite=">Der Standard</a></p>
<p>Dass <a href="http://www.schaltzeitverlag.de/Buecher/Politische-Karikaturen-2010.html">Klaus Stuttmann</a>s erste <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/archiv3.php?id=3314">Zeichnung zu Sarrazin</a> und den Migranten bereits fast ein Jahr alt ist, belegt, dass dessen Thesen von heute nicht so neu sind, wie manche der erst jetzt aufgescheuchten Hühner zu glauben vorgeben. Hier zum Abschluss Stuttmanns einstweilen letzte zum Thema:</p>
<p><a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php?id=3712"><img class="aligncenter size-full wp-image-4973" title="kari_20100826_Sarrazene" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/kari_20100826_Sarrazene.gif" alt="" width="544" height="380" /></a><br />
(mit freundlicher Genehmigung des Autors)</p>
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		<title>Spendenaffäre</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/spendenaffare-4956</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Nierenspende]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Das könnte Steinmeier so sehr auf die Nieren gehen, dass er am Ende als Spender gar nicht mehr in Frage kommt und trotzdem im politischen Aus landet. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4961" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/08/530px-Frank-Walter_Steinmeier_24.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/08/530px-Frank-Walter_Steinmeier_24-150x150.jpg" alt="" title="Frank-Walter Steinmeier" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-4961" /></a><p class="wp-caption-text">Frank-Walter Steinmeier</p></div>SPD-Parteichef Franz Müntefering hatte eine Auszeit von der Politik genommen, um seine todkranke Frau zu pflegen. Kurz nach seinem Wiedereinstieg kam das politische Aus für ihn.</p>
<p>SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nimmt eine Auszeit, um seiner Frau als Nierenspender zur Verfügung stehen zu können.</p>
<p>SPD-Parteichef Sigmar Gabriel nimmt keine Auszeit. Er steht stattdessen seiner Partei als populistische Allzweckwaffe zur Verfügung und siegt lieber mal mit ihr – wenn auch vorläufig nur in Umfragen.</p>
<p>Die solidarische Geste der beiden Erstgenannten entspricht sozialdemokratischem Ideal. Der Drittgenannte verkörpert eher die Realpolitik. Das könnte Steinmeier so sehr auf die Nieren gehen, dass er am Ende als Spender gar nicht mehr in Frage kommt und trotzdem im politischen Aus landet.</p>
<p><span id="more-4956"></span></p>
<p>Die erste absolut mit dem Parteiengesetz vereinbarte Spendenaffäre eines deutschen Spitzenpolitikers hat anderes verdient,</p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frank-Walter_Steinmeier_24.jpg">Wikimedia</a></p>
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		</item>
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		<title>Den Bach runter: Günther Jauch und die ARD</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Erstes Deutsches Fernsehen]]></category>
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		<description><![CDATA[JAUCHzet, frohlocket  dem Herrn allen Talkes und rühmet, was die ARD hat getan – so ähnlich stellt sich das Erste Deutsche Fernsehen offenbar die angemessene Reaktion des Publikums auf ihre teure Neuerwerbung namens Günther Jauch vor. Tut mir leid, in den Chor kann ich nicht einstimmen. Ich meine vielmehr, dass hier einiges den Bach runter gegangen ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4748" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/393px-Günther_Jauch_HPI-e1279551221476.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/393px-Günther_Jauch_HPI-e1279551221476-300x237.jpg" alt="Verstärkung für die ARD" title="Günther Jauch" width="300" height="237" class="size-medium wp-image-4748" /></a><p class="wp-caption-text">Verstärkung für die ARD(-Gebühren)</p></div>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx }</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" mce_style="margin-bottom: 0cm;"--><a href="http://www.youtube.com/watch?v=MVewzMm1uts">JAUCHzet, frohlocket</a> dem Herrn allen Talkes und rühmet, was die ARD hat getan – so ähnlich stellt sich das Erste Deutsche Fernsehen offenbar die angemessene Reaktion des Publikums auf ihre teure Neuerwerbung namens Günther Jauch vor. Tut mir leid, in den Chor kann ich nicht einstimmen. Ich meine vielmehr, dass hier einiges den Bach runter gegangen ist.<br />
Mit Sozialneid hat es allerdings nichts zu tun, wenn ich die 10,5 Millionen Euro, die GJ für Produktion und Leitung seines Polit-Talks pro Jahr erhalten soll, für absolut ungerechtfertigt halte. Deutsche-Bank-Chef Ackermann werden ständig seine Bezüge in etwa gleicher Größenordnung vorgehalten. Auch wenn man diese Kritik für nachvollziehbar hält, muss man zugeben, dass Herr Ackermann der private Chef eines privaten, auf Gewinnmaximierung ausgelegten Konzerns ist. Wenn die Aktienbesitzer sein Gehalt und seine Boni für gerechtfertigt halten und ihre Interessen bei ihm gut aufgehoben sehen, dann muss man sich darüber nicht über Gebühr ereifern – jedenfalls solange der Herr nicht nach Staatsknete schreit und soweit er sich nicht gesellschaftsschädlicher verhält als seine Artgenossen.</p>
<p>Kapitalistische Unternehmungen und erst recht Banken sind jedenfalls keine philanthropischen Anstalten, sie sollen Gewinn machen. Öffentlich-rechtliche Anstalten haben dagegen durchaus einen öffentlichen Auftrag und leben von Gebühren, also von öffentlichen Geldern. Wenn diese demnächst von jedem, unabhängig von seiner Mediennutzung, erhoben werden, wird noch deutlicher, was schon jetzt der Fall ist: Hier geht es fast um so etwas wie das Entrichten von Steuern, und damit ist öffentliche Rechenschaft nötig. Wenn etwas über Gebühren finanziert wird, kann man gar nicht anders, als sich gegebenenfalls über Gebühr aufzuregen.</p>
<p><span id="more-4732"></span></p>
<p>Wie will man es denn rechtfertigen, dass einer, der vorzugsweise als Sportreporter und netter Quiz-Onkel reüssiert hat, nun für seinen Polit-Talk, auch nach Abzug von Produktionskosten Beträge bekommt, die die Gehälter von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzler_(Deutschland)#Gehalt">Kanzlerin </a>+ <a href="http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20070624055854AAlh9Ln">Präsident </a>+ Parlamentspräsident + sämtlichen Länder-Ministerpräsidenten zusammen genommen deutlich übersteigen. Da sind die Proportionen eindeutig verschoben. Die öffentlichen Aufgaben der genannten Herrschaften sind, unabhängig von aller notwendigen Politik-Kritik, schon ein wenig höher einzuschätzen.</p>
<p>Günther Jauch, der neben viel Sport und Show in den 80ern auch mal Politik-Talk gemacht hatte, hat die Öffentlichkeit die letzten zwei Jahrzehnte nur spärlich an seinem überragendem Politik-Verstand teilhaben lassen. Lediglich sein Bürger-Engagement für seine konservativen Liebhabereien ist einigermaßen bekannt geworden. Das reicht von seinem Einsatz für die Gottseidank gescheiterte Berliner <a href="http://www.deutschlandpuls.de/vox-populi-vox-dei-volkes-stimme-gottes-stimme-1221  ">Pro-Reli-Bürgerinitiative</a> in Berlin über die Unterstützung katholischer Bildungseinrichtungen bis hin zu seinem finanziellen Engagement für das Restaurative in der Architektur. Für solche Zwecke lässt er in landesunüblicher, fast schon amerikanischer Großzügigkeit durchaus die Millionen springen. Das reicht nicht ganz als Begründung für sein Wiedereinstiegshonorar im öffentlich-rechtlichen Job.</p>
<p>Herr Jauch, der ja weiter bei den Privaten den stirnrunzelnden Kasper geben will, soll dort so viel Geld kassieren, wie er will. Das ist nicht mein Problem, es ist nicht das der Gebührenzahler in diesem Land. Wenn gewinnorientierte Geschäftsleute das als gut für ihr Geschäft erachten, dann soll das so sein. Halt wie bei Herrn Ackermann. Nicht einzusehen ist dagegen, weshalb unsere stetig steigenden Gebühren für <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/teuer-teurer-jauch/1883724.html">überteuertes </a> Jauch-TV herhalten sollen.</p>
<p>Die Proportionen sind – das sei hier in voller Absicht wiederholt – verschoben in unserem Land. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den Auftrag, derartige Schieflagen zu kritisieren anstatt sie zu verstärken,</p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Günther_Jauch_HPI.jpg">wikimedia</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Let&#8217;s swift again?</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/lets-swift-again-4713</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 07:42:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Trebor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blognotiz]]></category>
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		<description><![CDATA[Haben das die Parlamentarier übersehen, nicht begriffen, haben sie es sehenden Auges in Kauf genommen bzw. begrüßen sie (teilweise) gar diese legislative Selbstbeschneidung?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Februar diesen Jahres hatte das Europäische Parlament erhebliches Aufsehen erregt. Es hatte damals das von der Kommission beflissen gebilligte SWIFT-Abkommen und die damit verbundenen Möglichkeiten der Überwachung von Finanztransfers durch US-Behörden abgelehnt.</p>
<p>Seither wurde über Veränderungen verhandelt und im Juni ein neues Abkommen unterzeichnet. Am 7. Juli wurde es vom Europa-Parlament mit deutlicher Mehrheit gebilligt. Im Wesentlichen waren es nur noch Linke und Grüne, die sich nicht davon überzeugen ließen, dass europäischen Datenschutz-Bedenken nun hinreichend Rechnung getragen wurde. Die Liberalen beispielsweise hatten mehrheitlich das Lager gewechselt.</p>
<p>Wenn es um Grundrechte und -freiheiten geht, lohnt es sich, ein bisschen genauer hinzusehen. Worum es sich bei SWIFT handelt, weiß <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT">Wikipedia</a>. Die <a href="http://www.faz.net/s/Rub99C3EECA60D84C08AD6B3E60C4EA807F/Doc~E216CF403A22D4C6D84DB13E380004D02~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ </a>veröffentlicht einen hoch informativen Artikel, der sich jeglicher Bewertung enthält, dem kritischen Zeitgenossen aber einigen Stoff zum Nachdenken gibt. Dort erfährt man beispielsweise, dass die US-Auswertungen europäischen Stellen zugänglich gemacht werden sollen. Das bedeutet im Klartext, dass auf diesem Weg restriktivere europäische Datenschutzregelungen, umgangen werden können. Haben das die Parlamentarier übersehen, nicht begriffen, haben sie es sehenden Auges in Kauf genommen bzw. begrüßen sie (teilweise) gar diese legislative Selbstbeschneidung?</p>
<p>Dass dies den Protest des europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx bereits bei Vertragsunterzeichnung hervorrief, also vor der Billigung durch das Parlament, versteht sich fast von selbst. Mit seiner Argumentation befassen sich das Hamburger <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article1560637/EU-Datenschutzbeauftragter-kritisiert-Swift-Abkommen-scharf.html">Abendblatt </a>und das Blog „<a href="http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=4361">datenschutz.de</a>“. Seine Stellungnahme kann bislang anscheinend nur im <a href="http://www.edps.europa.eu/EDPSWEB/webdav/site/mySite/shared/Documents/Consultation/Opinions/2010/10-06-22_Opinion_TFTP_EN.pdf">Originaltext</a>, also auf Englisch, nachgelesen werden.</p>
<p><span id="more-4713"></span></p>
<p>Ausgesprochen kritisch mit den neuen Bestimmungen befassen sich auch <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/im-namen-der-terrorbekaempfung/">taz </a>und „<a href="http://www.netzpolitik.org/2010/swift-abkommen-von-europaparlament-beschlossen/">netzpolitik.de</a>“. Auch ich will nicht verhehlen, dass es mehr als enttäuschend ist, mit welcher Geschwindigkeit aus dem Mut des seit Jahresbeginn mit neuen Kompetenzen ausgestatteten Parlaments wieder bürgerrechtlicher Kleinmut geworden ist.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } --></p>
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		<title>In Löws und Goethes Namen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 13:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walther</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn zu einer überzeugenden Mannschaftsleistung freilich noch so großartige solistische Einzelleistungen kommen, wie etwa Schweinsteigers scheinbar spielerisch leichter Spaziergang durch die gesammelte argentinische Mannschaft vor dem maßgeschneiderten Pass zu Arne Friedrich – dann freilich fehlt es auch dafür nicht an jubelnder Begeisterung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/NFS_Goethe-051.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/NFS_Goethe-051-241x300.jpg" alt="" title="NFS_Goethe" width="241" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-4678" /></a>Die Goethe-Institute unternehmen so manches, um weltweit Menschen für die deutsche Sprache und Kultur zu interessieren. Sie organisieren Literaturkurse und klassische Konzerte, Tanzabende und Comic-Wettbewerbe, Sprachunterricht und Ausstellungen. Doch was antworten Goethe-Leute, wenn man sie danach fragt, was in den letzten Jahren das Interesse für das Deutsche und die Deutschen am meisten befördert – bzw. neudeutsch: gepusht – hat? „Tokio Hotel“ lautet dann die am häufigsten wiederkehrende Antwort.</p>
<p>Doch das ist dabei, sich gründlich zu ändern. Und wer droht den Magdeburger Sympathieträgern Paroli zu bieten? Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist es, in der französischen Presse auch gerne kurz als „<em>la mannschaft</em>“ bezeichnet. Hier findet man wohl eine gewisse Kompensation für all das, was „les bleus“ vermissen ließen: Einsatz, Zuverlässigkeit, Mannschaftsgeist statt Ego-Trips. Diese angeblich deutschen Tugenden werden nicht nur zwischen Rhein und Oder, sondern ganz offensichtlich auch zwischen Pyrenäen und Ardennen hoch geschätzt.</p>
<p>Das Goethe-Institut hat erkannt, welchen Profit man aus dem Auftritt des deutschen Teams ziehen kann. Davon konnte ich mich in Lyon überzeugen, wo an einem Ort, an dem sonst Schriftsteller lesen oder Filme vorgeführt werden, in diesem Sommer die Fußballspiele der deutschen Mannschaft in deutscher Übertragung gezeigt werden.</p>
<p>Dort fand sich bei meinem Besuch des Deutschland-Argentinien-Spiels keineswegs nur die deutsche Kolonie ein. Es war ein viel bunteres Völkchen. Da hörte man so manches englische Wort, allerdings eher in amerikanischer bzw. in „globisher“ Aussprache, und die Frankophonen blickten keineswegs nur europäisch-blass, sondern durchaus auch maghrebinisch und subsaharisch dunkelhäutig aus der Sommerwäsche. Schwarz-rot-gold trug auch der eine oder andere Junge mit Migrationshintergrund, der in der Schule Deutsch als erste Fremdsprache gewählt hat, als sichtbaren Ausdruck seiner Sprachenpräferenz auf der Wange.</p>
<p><span id="more-4673"></span></p>
<p>Ein volles Haus in ausgelassener Sommerstimmung war da versammelt: fröhlich, entspannt und doch zugleich gespannt auf das, was da kommen sollte. Spätestens ab dem frühen Müller-Tor war hier von Bela Rhety nichts mehr zu hören. Begeistert ging das Publikum mit, es gab viele Ahs und Ohs, Szenenapplaus für den Einsatz aller Spieler der <em>mannschaft</em>, bewunderte Begeisterung für viele Einzelleistungen, aber keine Häme für die Argentinier, gegen die niemand etwas hatte. Warum auch? Dazu gab es keinen Grund, jedenfalls solange sie die massive deutsche Überlegenheit nicht gefährdeten.</p>
<p>Nur Diego Maradona wurde als einziger immer wieder mit Missfallenskundgebungen bedacht. Seine leicht schmierenkomödiantischen Einlagen, seine Selbstinszenierung mit Rolex (oder sonstiger aufdringlich sichtbarer Uhr) am Arm – das alles erinnerte wohl allzu sehr an den ungeliebten eigenen Präsidenten und dessen „blingbling“, wie man Sarkozys Vorliebe für gleißnerische Effekthascherei und Reichtumsattribute hierzulande nennt. In diesem Kreis schätzte man Substanz und nicht die glänzende Oberfläche, eher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_L%C3%B6w">Löw</a>sche Zurückhaltung und locker-diskrete Merkelsche Freude als divenhafte Selbstdarstellung. Leistung statt Effekt.</p>
<p>Wenn zu einer überzeugenden Mannschaftsleistung freilich noch so großartige solistische Einzelleistungen kommen, wie etwa Schweinsteigers scheinbar spielerisch leichter Spaziergang durch die gesammelte argentinische Mannschaft vor dem maßgeschneiderten Pass zu Arne Friedrich – dann freilich fehlt es auch dafür nicht an jubelnder Begeisterung. Dann fließen hier Rhone und Rhein sowie Saone und Spree zusammen und man spürt, mitten in Lyon, mehr als einen Hauch von Sommermärchen. Die Sympathie-Werbung ist komplett. Vorbei die Zeiten, in denen die hiesige Sportpresse Bier- und Champagner-Fußball, deutsche Pauken und französische (oder italienische etc.) Geigen, teutonische Rollkommandos und romanische oder lateinamerikanische Ballvirtuosität einander gegenüberstellte.</p>
<p>Sollten im Herbst die Einschreibungen für Deutschkurse wieder ansteigen, dann wird dieses Mal nicht eine Boy-Band, sondern eine, nein „<span style="text-decoration: underline;">la</span> mannschaft“, dafür verantwortlich sein. Ob es märchenhaft weiter geht oder nicht, schon jetzt steht fest: Das Goethe-Institut hat auf die richtige Karte gesetzt.<br />
<a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/NFS_Goethe-008.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/NFS_Goethe-008-219x300.jpg" alt="" title="NFS_Goethe" width="219" height="300" class="alignright size-medium wp-image-4679" /></a><br />
P.S. Da ich sträflicherweise den Foto-Apparat nicht dabei hatte, wird dieser Beitrag von Zeichnungen von <a href="http://www.deutschlandpuls.de/bernstein-zum-geburtstag-261">F.W. Bernstein</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Traxler">Hans Traxler</a> illustriert, zwei Meistern der Neuen Frankfurter Schule. Sie haben als große Seher schon vor Jahren mit Unfug und Recht den tiefen Zusammenhang von Goethe und Fußball erkannt. Bernsteins treffliches Wort-Bild-Spiel entstammt seiner subtilen Spielkarten-Serie zum Doppel-Geburtstag, dem 250. des Dichters und dem 100. von Eintracht Frankfurt. Traxlers Köstlichkeit entnehmen wir seinem nicht minder deliziösen Bändchen <a href="http://openlibrary.org/works/OL3150924W/Stadelmanns_Geheimnis"><em>Stadelmanns Geheimnis</em></a>. Beiden Zeichnern herzlichen Dank für ihre Zustimmung zur Veröffentlichung.</p>
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		<title>CDU-Finanzierung an Rhein und Elbe, oder: Rent-a-President</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/cdu-finanzierung-an-rhein-und-elbe-oder-rent-a-president-3804</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 06:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[all-inclusive]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Rüttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Käuflichkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Stanislaw Tillich]]></category>

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		<description><![CDATA[Unternehmen konnten für den Landesparteitag der CDU in NRW nicht nur Ausstellungsfläche, sondern in einem all-inclusive-Paket auch gleich Zeit für Unterredungen mit dem Ministerpräsidenten ordern ... Damit wäre endlich der Ursprung des Begriffs Miet-Partei befriedigend erklärt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Seit einer Woche ist bekannt, dass Unternehmen für den Landesparteitag der CDU in Nordrhein-Westfalen nicht nur Ausstellungsfläche, sondern in einem <em>all-inclusive</em>-Paket auch gleich Zeit für Unterredungen mit dem Ministerpräsidenten ordern konnten. Seit dem Wochenende weiß man, dass es Ähnliches auch in Sachsen gegeben hat, gewissermaßen in der Variante des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Tillich">Tillich</a>-Angebots.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Betroffenen wehren sich heftigst gegen daraufhin erhobene Vorwürfe der Käuflichkeit. Das ist ja auch wirklich ein sehr hässliches Wort für diesen Vorgang. „Mieten“ scheint irgendwie angemessener zu sein. Damit wäre endlich auch der Ursprung des Begriffs Miet-Partei befriedigend erklärt,</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p><span id="more-3804"></span></p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Reblog this post [with Zemanta]" href="http://reblog.zemanta.com/zemified/4f31bc95-f125-43af-b314-d7fc515f5f7a/"><img class="zemanta-pixie-img" style="float: right;" src="http://img.zemanta.com/reblog_c.png?x-id=4f31bc95-f125-43af-b314-d7fc515f5f7a" alt="Reblog this post [with Zemanta]" /></a><span class="zem-script pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
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		<title>Margot Käßmanns Rücktritt: Ja und nein</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/margot-kasmanns-rucktritt-ja-und-nein-3757</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 10:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Trebor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorbild]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, Frau Käßmann, dieser Rücktritt war richtig. Wir müssen ihn also begrüßen. Ja, Sie waren eine der seltenen Hoffnungsträgerinnen im öffentlichen Leben dieses Landes. Wir bedauern also Ihr Ausscheiden. Ja, Sie hätten nicht mehr so auftreten können wie bisher. Ja, es ist besser aufrecht abzutreten als gekrümmt weiter zu machen. Ja, Sie sind noch im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3777" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/14/Margot_Käßmann_2009-02_a.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/02/DPuls_MargotKaessmann-300x285.jpg" alt="Quelle: Wikipedia Commons" title="DPuls_MargotKaessmann" width="300" height="285" class="size-medium wp-image-3777" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia Commons</p></div>
<p>Ja, Frau Käßmann, dieser Rücktritt war richtig. Wir müssen ihn also begrüßen.</p>
<p>Ja, Sie waren eine der seltenen Hoffnungsträgerinnen im öffentlichen Leben dieses Landes. Wir bedauern also Ihr Ausscheiden.</p>
<p>Ja, Sie hätten nicht mehr so auftreten können wie bisher.</p>
<p><span id="more-3757"></span></p>
<p>Ja, es ist besser aufrecht abzutreten als gekrümmt weiter zu machen.</p>
<p>Ja, Sie sind noch im Abgang ein Vorbild.</p>
<p>Nein, Frau Käßmann, auch das wird Ihnen keiner nachmachen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Spätrömische Eseleien</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/spatromische-eseleien-3666</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 12:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blognotiz]]></category>
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		<category><![CDATA[anstrengungsloser Wohlstand]]></category>
		<category><![CDATA[Eseleien]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich geb&#8217;s auf. Lange genug hab&#8217; ich&#8217;s versucht, etwas Neues, Treffendes, Originelles zu unserem späten Rom an der Havel zu sagen. Aber wenn man seinen Meister gefunden hat, ist es wohl das Beste, das in aller Demut zuzugeben. Machen wir&#8217;s also kurz und gestatten uns ein bisschen anstrengungslosen Stillstand: Heiner Geißler, Sie haben das Wort, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3672" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/02/Dpuls_2010_Spree-Rom.jpg"><img class="size-medium wp-image-3672" title="Dpuls_2010_Spree-Rom" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/02/Dpuls_2010_Spree-Rom-300x225.jpg" alt="Spree-Athen oder Rom an der Havel?" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Spree-Athen oder Rom an der Havel?</p></div>
<p>Ich geb&#8217;s auf. Lange genug hab&#8217; ich&#8217;s versucht, etwas Neues, Treffendes, Originelles zu unserem späten Rom an der Havel zu sagen.</p>
<p>Aber wenn man seinen Meister gefunden hat, ist es wohl das Beste, das in aller Demut zuzugeben. Machen wir&#8217;s also kurz und gestatten uns ein bisschen anstrengungslosen Stillstand: Heiner <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iEQqFANLiazDLJclHEmnqpkpJD4g">Geißler</a>, Sie haben das Wort,</p>
<p style="text-align: right;">sagt Glossix.</p>
<p><span id="more-3666"></span></p>
<p><strong>Foto</strong>: Alexandrius Pius</p>
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		<title>Freihändig ins Blaue</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 07:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Trebor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, hier ist nicht die Rede von einem Sonntagsausflug mit dem Fahrrad. Dafür ist nicht die richtige Jahreszeit, meteorologisch nicht und politisch auch nicht. „Freihändige Setzungen“ und „Schätzungen ins Blaue“ hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Hartz-IV-Urteil moniert. Das ist schlimm genug, auch wenn dabei keine evidenten Verstöße gegen das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum festgestellt wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/02/Dpuls_2009-02_Hartz-IV.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/02/Dpuls_2009-02_Hartz-IV-300x225.jpg" alt="Dpuls_2009-02_Hartz-IV" title="Dpuls_2009-02_Hartz-IV" width="300" height="225" class="aligncenter size-medium wp-image-3653" /></a><br />
Nein, hier ist nicht die Rede von einem Sonntagsausflug mit dem Fahrrad. Dafür ist nicht die richtige Jahreszeit, meteorologisch nicht und politisch auch nicht.</p>
<p>„Freihändige Setzungen“ und „Schätzungen ins Blaue“ hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Hartz-IV-Urteil moniert. Das ist schlimm genug, auch wenn dabei keine evidenten Verstöße gegen das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum festgestellt wurden. Immerhin ist dieser leichtfertige Umgang mit den Bedürfnissen und Rechten der  sozial Schwächsten ausgerechnet unter einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung beschlossen worden.</p>
<p>Die Regierung Kohl gab ihrerseits stets vor, dem Schutz der Familie eine Priorität einzuräumen. Und doch wurde ihr am Ende vom Verfassungsgericht bescheinigt, dass ihre Steuerpolitik wegen Benachteiligung der Familien verfassungswidrig war.</p>
<p>Was Kohl angerichtet hatte, musste Schröder ausbaden. Das von Schröder zu Verantwortende muss Merkel wieder ins Lot bringen. Mit ausgleichender Gerechtigkeit hat diese Symmetrie aber nichts zu tun. Es bedeutet vielmehr, dass beide Volksparteien die Interessen breiter Schichten des Volkes aus dem Auge verloren haben. Es ist also vielmehr doppelte Ungerechtigkeit, die jedes Mal vom Verfassungsgericht korrigiert wurde. Sozialpolitik kann aber nicht auf Dauer dessen Aufgabe sein, und auch nicht die anderer Gerichte.</p>
<p><span id="more-3648"></span></p>
<p>Es wird Zeit, dass Sozialpolitik wieder in den Mittelpunkt aller Politik rückt. Alles andere öffnet dem Populismus Tür und Tor.</p>
<p><strong>Foto</strong>: Schockwellenreiter @ flickr.com</p>
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		<title>Eigenwillig, intelligent, liberal?</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/eigenwillig-intelligent-liberal-3599</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:58:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Dackel]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[freiheitlicher Liberalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Hund]]></category>

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		<description><![CDATA[Folgenden Beitrag habe ich in einem Newsletter des FDP-geführten Außenministeriums vom 6. Januar gefunden: „Ein vermisster Dackel hat sich in Bredstedt in Schleswig-Holstein selbst auf dem Fundbüro abgegeben. Der Hund sei kurz nach Öffnung der Behörde in das Gebäude gekommen, teilte das Amt Mittleres Nordfriesland am Dienstag (5. Januar) mit und bestätigte einen Bericht des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Folgenden Beitrag habe ich in einem Newsletter des FDP-geführten Außenministeriums vom 6. Januar gefunden:</p>
<p>„Ein vermisster Dackel hat sich in Bredstedt in Schleswig-Holstein selbst auf dem Fundbüro abgegeben. Der Hund sei kurz nach Öffnung der Behörde in das Gebäude gekommen, teilte das Amt Mittleres Nordfriesland am Dienstag (5. Januar) mit und bestätigte einen Bericht des &#8216;Flensburger Tageblatts&#8217;.</p>
<p>Dackeldame &#8216;Druse vom Höllengrund&#8217; setzte sich erschöpft vor den Aufzug. Ein Mitarbeiter informierte das Fundbüro: &#8216;Wir haben einen Fundhund&#8217;. Ein Jäger hatte zufällig im Amt zu tun und erkannte den herrenlosen Dackel. &#8216;Druse&#8217; hatte vermutlich bei einer Fuchsjagd am Samstag die Fährte verloren und nicht mehr zurückgefunden.“</p>
<p>Die dazu gehörige Bildunterschrift bezeichnet Dackel als eigenwillig und intelligent.</p>
<p><span id="more-3599"></span></p>
<p>Seither hoffe ich, dass die FDP die Fährte verliert, die sie seit einiger Zeit so hartnäckig verfolgt. Sie könnte dann die absurde Jagd auf nicht finanzierbare Steuerentlastungen aufgeben und stattdessen wieder zur wirklich liberalen Partei werden – liberal im Sinne von freiheitlich, für Bürgerrechte eintretend. Auf diesem Feld gibt es für eigenwillige und intelligente liberale Dackel genügend Wild, das aufzuspüren und hartnäckig zu verfolgen sich lohnt,</p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Gans anders / Kaczka z grzybami. – Ein Beitrag zur diplomatischen Küche</title>
		<link>http://www.deutschlandpuls.de/gans-anders-kaczka-z-grzybami-%e2%80%93-ein-beitrag-zur-diplomatischen-kuche-3493</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 22:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roberto Koch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarie-Flugente]]></category>
		<category><![CDATA[Château Sarko]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch-französische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch-polnische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Westerwelle]]></category>
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		<category><![CDATA[Roberto Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Sarko]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgans]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsrezept]]></category>

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		<description><![CDATA[Guido Westerwelle stellt mich als (politischen) Koch immer wieder vor ungeahnte Probleme.  Statt der Weihnachtsgans, die an dieser Stelle stehen sollte, hat er von Pan Kaczynski aus Warschau eine Barbarie-Flucht-Ente bekommen, die mit höchstem politischen Fingerspitzengefühl zubereitet sein will. Da müssen der deutsche und der polnische Gaumen zugleich zufriedengestellt werden und der schlesische Geschmack will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>Guido Westerwelle stellt mich als (politischen) Koch immer wieder vor ungeahnte Probleme.  Statt der Weihnachtsgans, die an dieser Stelle stehen sollte, hat er von Pan Kaczynski aus Warschau eine Barbarie-Flucht-Ente bekommen, die mit höchstem politischen Fingerspitzengefühl zubereitet sein will. Da müssen der deutsche und der polnische Gaumen zugleich zufriedengestellt werden und der schlesische Geschmack will obendrein berücksichtigt werden. Keine leichte Aufgabe.</p>
<p>Vorab bedarf das Entengeschenk einer Erläuterung. Es ist ein ungewohntes Zeichen für die Fähigkeit des Staatspräsidenten zur Selbstironie. Dass er diese gegenüber einem deutschen Politiker an den Tag legt, darf als erster stolzer Erfolg unseres außenpolitischen Grünschnabels gefeiert werden. Die Ente bzw. der Enterich heißt nämlich auf Polnisch <em>kaczor</em> (fem. <em>kaczka</em>), und bei den Kaczynskis denkt daher jeder Pole gleich an Ente. Als der eine der beiden Zwillingsbrüder das Amt des Ministerpräsidenten aufgeben musste, war es zwar vorbei mit dem einentigen Zwillingsgespann, aber man blieb bei der gleichen Geflügelsorte. Der neue Ministerpräsident Tusk hört nämlich auf den Vornamen Donald. Das ist keine Ente, bzw. es ist natürlich schon eine. Na, Sie verstehen mich schon.</p>
<p>Die Wahl der Entensorte – Barbarie-Fluchtente eben – lässt wiederum die besondere kulinarisch-politische Sensibilität Polens erkennen. Man sagt es mit Geflügel-Worten. Und man sagt wahrlich Gewichtiges! Man äußert nicht zuletzt einen nachdrücklichen Wunsch, erteilt fast schon einen Auftrag: Über die Weihnachtstage muss die leidige Flucht-Ente vom Tisch, und zwar in bekömmlicher Weise. Sie muss allen schmackhaft gemacht werden. Weihnachtszeit – Versöhnungszeit.</p>
<p>Wir reiben die bereits gesalzene und schwarz gepfefferte Ente ein mit wertvollstem Rapsöl, gewonnen aus den gelbsten aller Rapssorten. In unserem Fall wurde das Öl allerdings vorher mit Sojasoße, Jasminhonig, schwarzem Pfeffer und Salbei (wichtig für die salbungsvolle Rednerstimme) sorgfältig abgeschmeckt.</p>
<p><span id="more-3493"></span></p>
<p>Die Füllung bereiten wir aus altbackenen Brötchen, noch von Bäcker Möllemann, die man anders kaum mehr verwenden kann, und verschiedenen Pilzsorten (unter Ausschluss von Rotkoppen) zu. Der möglichst hohe Pilzanteil darf als Verbeugung vor der polnischen Küche betrachtet werden, die gerne mit diesem Element arbeitet. Aus diesem Grund trägt unsere „Gans, anders“ eben auch einen polnischen Namen, in Übersetzung: „Ente mit Pilzen“.</p>
<p>Die gefüllte Ente kommt in den mit 180 Grad vorgeheizten Ofen, direkt auf den Grill. Unter selbichten stellen wir, zum Abtropfen des Fetts, eine mit ca. ½ Liter Wasser gefüllte Pfanne. Während des Bratens – ca. 2 Stunden – wird die Ente immer wieder mit der Rapsölmischung – an Weihnachten kommt natürlich nur <em>natives</em> Öl in Frage – bestrichen, mindestens genauso oft wird sie vorsichtig mit Wasser übergossen. Zum einen wird ohnehin immer mit Wasser gekocht, zum anderen muss in Krisenzeiten demonstrativ Sparsamkeit praktiziert werden.</p>
<p>Als Beilage zu unserer Enten-Gans kommt nichts anderes in Frage als schlesische Knödel. Wir wollen ja aus der Flucht-Ente ein Versöhnungsessen zaubern. Für das Knödel-Rezept verweise ich auf gängige Kochbücher. Schließlich ist es Teil meiner Aufgabe, auf dem deutschen Kochbuch-Markt konjunkturpolitisch anregend zu wirken.</p>
<p>Als Getränk wählen wir aus außenpolitischen Gründen französischen Rotwein, 2006er Château Sarko. Es geht um Versöhnung, und da steht nun mal das deutsch-französische Verhältnis Pate für das, was in den deutsch-polnischen Beziehungen angestrebt wird. Bei polnischem Geflügel und französischem Rotwein sind wir seit jeher am ehesten geneigt, unseren Nachbarn zu verzeihen, was wir ihnen angetan haben.</p>
<p>Versöhnliche, friedliche, fröhliche Weihnachtsfeiertage wünscht Ihnen</p>
<p style="text-align: right;">Ihr Roberto Koch</p>
<p>P.S. Sollten Sie aus Tradition an der Weihnachtsgans festhalten wollen, was auch meine ursprüngliche Absicht war, können Sie auf die „Gans, anders“ gerne zu Silvester zurückgreifen. Sie wissen ja: „Ente gut, alles gut.“</p>
<p>In diesem Sinne darf ich Ihnen auch schon alles Gute für ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2010 wünschen.</p>
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